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Tierarztpraxis

Mittwoch, 9. September 2009

Abschnittsweise Veränderungen

In der hiesigen wie auch in anderen Kulturen, die hauptsächlich sich in wärmeren Gebieten aufhalten, und dieses Mal spreche ich nicht von Pilzkulturen, hat es sich eingebürgert, meist direkt nach der Geburt eines männlichen Thronfolgers etwas schärfer vorzugehen. Und so wird, unabhängig von bestehenden Menschenrechten, gleich innerhalb der ersten Lebenswochen nicht nur die Freiheit des neuen Erdenbürgers beschnitten.

Nun stellt sich hier, und das ist nicht nur eine Folge morgendlichen Urins, zusätzlich dazu die Frage, ob es denn sinnvoll ist, biologische Grundausstattungen, die serienmäßig geliefert werden, kurz nach Auslieferung gleich stückchenweise zu demontieren, ergo einen Chopper zu bauen. Das Argument der hygienischen Einfachheit möchte ich dabei dadurch entkräften, dass man durch Entfernung der Atemwege dann auch allen ansteckenden Atemwegserkrankungen sowie Schnupfen und Husten die Grundlage entziehen könnte. Das wiederum macht allerdings keiner.

Jetzt aber mal Ernst beiseite. Die frühkindliche Bananendauerschälung bringt als Nachteil eine fehlende Schutzfunktion. Im Supermarkt kaufen die Leute ja auch nur versiegelte Waren, offene, angebrochene Waren will keiner. Aber hier, im menschlichen Intimbereich, kann es nicht offen genug sein. Durch den fehlenden Schutz wird die Empfindlichkeit herabgestuft.
Hygiene: das ist eine Sache der Erziehung. Wer pfleglich mit seinem Werkzeug umgeht, hat auch lange Freude daran. Außerdem dient die Hygiene gleichzeitig der täglichen Kontrolle. Ohne Fleischmütze kann man ja das Teil abtropfen und rumhängen lassen und merkt erst durch Schmerzen, dass da vielleicht was nicht stimmt. Und das kann dann Tage später sein.

Aber mal eine Frage an die Leser: was bevorzugen Sie und weshalb?

Donnerstag, 18. September 2008

Tiergedichte

Der Schneck ist ein gar langsam’ Tier,
Chanel geht es nur ohne ihr.

Das Murmeltier mit seinem Fell
verliert zwar Haar, doch nichts wird hell
und scheint aus seines Hauptes Spitz
dort, wo der Intellenz ihr Sitz.

Ein Käferlein aus Düsenberg
verlor dereinst ‚nen Gartenzwerg,
der sonst in seinem Garten stand.
Ich finde, das ist allerhand!

Ne Dame, die ich nicht gern lobe
wirft sich mitsamt der Abendrobe
hinein ins Badewannenwasser
die Abendrobbe wird nun nasser

und trötet daher ganz manierlich
bekommt belohnt so manchen Zierfisch
als Hüpferli zur Schlafenszeit,
liegt dann im Bett und ist ganz breit.

Ein Steppenhund aus Austria,
der nur zu gerne Lassie sah
weint bitterlich ob des Wissens,
dass Lassie niemals darf pi...

im Studio und auf der Wies‘
was eigentlich ist ganz schön fies.
Drum merket Euch, dort draußen nun
er wäre lieber drum ein Huhn.

Ein Dackel aus dem Münsterland
es treffend und auch sonst so fand
dass Würschtel, dort aus Austria
vom Griechenmetzger, wunderbar,

ihm passend vor die Schnauz gehängt
ihm trotzdem fast den Hals verrenkt
doch schließlich, wenn man sich was streckt
am besten Stück für Stück doch schmeckt.

Freitag, 1. August 2008

Gruppenzwang und Gruppenzwangstherapie

Doert draußen, versteckt in den Weiten des Internets, dort draußen herrscht Gruppenzwang. Immer und überall. Ob es nun darum geht, einen sinnbefreiten Krieg zwischen Pudeln, Murmeltieren und Möpsen auszutragen, oder zwischen inzwischen klerikalisierten Adligen, deren Domestiken und Bewohnern einer europäischen Hauptstadt mit Mentalproblemen - immer werden sich Gruppen bilden, die entweder oder sowohl die eine oder andere Seite unterstützen.

Nun kann man das zwanghafte Gruppenverhalten ja therapieren, muss es aber nicht. Mir, als eingefleischtem Mediziner für alle Lebenslügen, ist es natürlich eine Freude (und betriebswirtschaftlich gesehen ein Muss), diese Gruppenzwangstherapie durchzuführen.

Begonnen wird dabei mit einem gemeinsamen Frühstück. Es gibt Weichweizenbrötchen, bereits fertig geschmiert und in mundgerechte Häppchen geteilt. Denn gerade in der ersten Sitzung, konftontiert mit dem nun realen und nicht mehr virtuellen Gegenüber, neigen doch die Gruppenmitglieder zu entsetzlichen Handlungen, in deren Verlauf Esswerkzeuge ideenreich neuen Aufgaben zugeführt werden. So sind in der Vergangenheit des Öfteren Gabeln zur Extraktion fremder Augäpf.. aber ich schweife ab.

Während dieses Frühstücks werden die Gruppen einander langsam nähergebracht. Zuerst dürfen sie, noch anonymisiert, im gummierten Speisesaal Platz nehmen. Dann werden, während der Speisung der Zehntausend, langsam die einzelenen Individuen enttarnt. Momentan sehe ich für die nächste Gruppe allerdings ein Problem, wenn sich der Baron weiterhin weigert, seine Tiara während des Essens abzulegen. Kleinere Aufruhre bei Realisierung des einzelnen Bloggers halten meine Mitarbeiter mittels C-Rohr und 120 bar Wasserdruck in Schach. Sollte es in einen größeren Aufruhr ausarten, so fluten wir einfach den Speisesaal. Nach etwa 15 Minuten werden dann die Türen geöffnet und lustige, kleine kleine Wasserfälle bahnen sich dann ihren Weg.

Für den zweiten Tag muss ich mir dann immer wieder individuell, anhand der Zahl der Überlebenden, weitere Therapieschritte überlegen.

Montag, 7. Juli 2008

Tierpraxis eröffnet!

Lange sträubte ich mich dagegen, neben meinen menschlich hilflosen Fällen auch noch tierisch hilflose Felle zu übernehmen. Aber langer Rede kurzer Sinn: es hilft nichts. Ich muss.

Wat mutt, datt mutt heißt es ja. Und so habe ich mich entschieden, auch eine Praxis für kleine und große Rindviecher aufzuziehen, für blöde Säue und dumme Suppenhühner. Aber auch felltragende Langrüssler, wie beispielsweise Murmeltiere, oder andere, seltsame Lichtgestalten des Erdenkreises werden hier behandelt. Lachse werden allerdings vor der Lachstherapie ausgenommen, da nicht alle Innereien mögen.

So fand denn neulich ein Vielfraß, lateinisch auch Gulo gulo genannt, in meiner Praxis ein Korn, wie das blinde Huhn ebenfalls. Typischerweise mit Gewichtsproblemen. Aus den ersten Gesprächen konnte ich erfahren, dass sich der kleine Nager hauptsächlich in österreichischen Randbergdörfern herumtreibt, die sich ihren Reichtum dereinst durch Salzabbau ergaunert hatten. Ernährungstechnisch hat sich dieses Tier dabei auf kalorienreiche Mozartkugeln spezialisiert, die von Tierfängern in dieser Region hauptsächlich hergestellt werden und Verwendung finden.

Nun sind aber die natürlichen Feinde des voralpinen Vielfraßes aufgrund der Landflucht ausgestorben, so dass sich übermäßige Bewegung für das arme Tierchen kaum noch lohnt. Auch wenn es auf seinem Blog von fahrradtechnischen Abenteuern schreibt, so ist doch die angeborene Trägheit ein Hauptgrund für die Adipositas.

Nach meiner Diagnose empfahl ich Herrn Gulo natürliche Ernährung mit viel Gemüse, eine Mozartkugelabstinenz und als Einstieg die Veröffentlichung weiterer Beiträge auf seinem Blog, bevor der Baron mittels seines im Geheimen operierenden Mittelsmannes Herrn Twoblog das Internet abschaltet.

Was im Übrigen auch so eine Manie ist.
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Medizinalrat Prof. Dr. von Pé

Die Praxis für Blog-Irrungen und Blog-Irre

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Ist ja klar. Es gibt immer wieder Beschwerdefälle in der Praxis. Diejenigen, die überlebten. Die dürfen sich dann schriftlich auslassen, und zwar an pathologe Kringel-A gmail Fliegenschiss com. Wer mir Werbung schickt, bekommt allerdings eine kostenfreie Vasektomie ohne Betäubung mittels eines stumpfen Eierlöffels.
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