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Praxisleben

Dienstag, 25. August 2009

Heiratsannoncen

Angeregt durch einen Beitrag bei Nessy habe ich mal das Praxiswochenblatt aufgeschlagen und die schönsten Suchanzeigen für Sie abgeschrieben.


Liebe geht durch den Magen.
Internist, 38, 1,89, südländischer Typ, würde gerne Dich auf Herz und Nieren prüfen, um mit Dir ein Leben lang sein Innerstes zu teilen...

Der Kater lässt das Mausen nicht!
Ich heiße Waldemar, aber meine Freunde nennen mich alle nur Waldi. Ich bin 42, Veterinär, 1,67 und suche Dich zum Reiten und alles, was sonst noch tierisch Spaß macht. Ich lebe ein wenig abseits der Stadt auf einem Einsiedlerkrebshof...

Nur alleine rumsitzen...
Mag ich nun auch nicht mehr. Proktologe, 39, fingerfertig, möchte auch einmal die andere Seite des Lebens kennenlernen und nicht immer nur am Arsch sein. Mit meinem Hintergrundwissen möchte ich bei Dir auch einmal vornerum einen Stich machen und freue mich daher auf aussagefähige Post...

Licht am Ende des Tunnels!
Gynäkologe, 32, mit vertieften Fachwissen, ist immer da, wo der Bär los ist. Aber auch in trauter Zweisamkeit möchte er gerne seine Lippenbekenntnisse loslassen können, ohne dass man sich gleich entscheiden muss...

Mit beiden Beinen fest in der Luft
Steht Jan, 29, Orthopäde. Gerne würde er mit Dir durchs Leben gehen oder in einem schicken Restaurant mit Dir füßeln. Zehen Wünsche gleichzeitig erfüllen? Kein Problem. Der Knieschluss zu Dir sollte allerdings dafür sehr eng sein, er lässt sich nur ungern ein X-Bein für ein U vormachen...

Es mal so richtig laufen lassen...
Möchte Hein, 44, es mit Dir. Als Urologe hat er eine Schwäche für Kaugummiblasen. Er ist äußerst verlässlich und verpisst sich nicht gleich beim ersten Streit. In Kontinenten kennt er sich aus, reiste er doch früher sehr oft berufsbedingt...

Zwei Köpfe, ein Gedanke...
Wie wird unsere Zukunft aussehen? Olaf, junggebliebener Mittfünfziger, Psychoanalytiker, sucht Dich für seine Couch. Geistig sollten wir schon auf einer Ebene sein, das erhöht die Freud in unserem gemeinsamen Leben...

[edit]
Immer noch frisch auf den Tisch...
Pathologe, 45, möchte Stück für Stück sein Glück erforschen und scheibchenweise Deine Geheimnisse freilegen. Wer es gerne etwas schärfer mag, ist bei mir genau richtig. Ich biete Dir tiefe Einblicke in meine Lebern und konzentriere mich aufmerksam auf dich. Mag sein, dass es für Dich einschneidende Veränderungen gibt, aber ich liebe es, wenn Du mir Dein Herz offenbaren kannst. Darf ich Dich bald als mein Formalinmäuschen bei mir begrüßen?

Mittwoch, 19. August 2009

Dampfgaren

War vor 3 Wochen noch das partielle Beheizen behinterter Körperregionen angesagt, so hat sich das Wetter inzwischen noch ein wenig gesteigert.

Heute Morgen um 7 Uhr dreißig verließ ich das Haus zur Patientenbeglückung wie jeden Tag. Doch kaum aus der Türe getreten, verfinsterte sich mein Blick. Wie im Nebel tappte ich in Richtung Straße, um dort meine noble Arztkarosse zu besteigen. Beziehungsweise erst einmal zu finden. Die Luftfeuchtigkeit entschied, nebst einer Temperatur von etwas über 38 Grad Celsius, sich auf meiner Ordinationsbrille niederzulassen und dort per Tröpfcheninfektion meinen Blick zu trüben.

Doch kaum im Auto angekommen und dort von der Klimaanlage bei kühlen 22 Grad umschmeichelt, klarte sich mein Blick nach mehreren hundert Metern (und einigen seltsamen Klopfgeräuschen aus dem Frontbereich) wie durch Geisterhand auf.

Dieses Spiel wiederholte sich jedoch beim Aussteigen beim ersten Patienten wie auch bei allen Folgepatienten.

Ich erwäge nun die Anschaffung einer Taucherbrille.

Samstag, 8. August 2009

Sommerloch

August. Ferienzeit. Millionen von Deutschen begeben sich in den Urlaub, um die in Deutschland doch sehr rare Schweinegrippe einzufangen und als Urlaubsmitbringsel zu Hause an die nichtreisenden Angehörigen zu verteilen. Wobei diese Schweinegrippe, wie jede andere Grippe auch, nicht einmal tödlich ist, sondern lediglich das Immunsystem schwächt und somit anderen Krankheitserregern ein breites Wirkungsfeld einräumt. Und erst diese Zweitinfektion kann, und das betone ich mal, also kann zum Tode führen. Muss aber nicht. Aus Sicht der Pharmakonzerne natürlich, denn solche Meldungen kurbeln deren Geschäft an.

Was passierte noch in diesem Sommerloch? Der Medizinalrat Pro.Dr. von Pé begab sich beurlaubend nach Deutschland, stach kurz ein grippiges Schwein nach Dänemark ab, um dort die Praxisbelegschaft im passiven Teil zu vergrößern und kehrte wieder nach Qatar zurück. Die Thronfolge scheint gesichert.

Ein Patient wurde zur Kur zu den Masseuren geschickt. Laut Ferndiagnose hielt er sich nicht weit genug von Schweinen fern und muss somit mit Nachfolgebehandlungen rechnen. Auch scheinen die Desinfektionsmittel zwischenzeitlich ausgegangen zu sein. Ein schwieriger Fall, der auf dem Rückweg mit Sicherheit noch Schleifspuren in der Praxis hinterlässt.

"Aber ansonsten ist alles im Fluss" sprach der Oder-Anrainer.

Dienstag, 28. Juli 2009

Kochschinken

So eine Praxis im wüsten Sand bietet nicht immer nur Vorteile wie strahlend blauen Himmel und Reduzierung des Kleiderschrankinhaltes auf leichte Stoffe, man muss auch manchmal kleine Einschränkungen hinnehmen können. Im Sommer beispielsweise kaltes Duschen. Denn die allerorts vorhandenen Wasserbehälter heizen sich unter der Sonnenbestrahlung richtig gut auf. Da Qatar keine Wasserversorgung mittels Wasserwerke besitzt, werden die Vorratsbehälter von Tankwagen befüllt. Auf dem Dach des Hauses steht meist ein zweiter Behälter, der, bei Ausfall der Pumpe, den notwendigen Wasserdruck sicherstellt.

Nun wird so eine Toilette ja mit Wasser gespült (ja, das gibt es hier auch schon!), das dann, amerikanische Bauart, nach dem Spülvorgang mit etwa 4 Litern hundedurstfreundlich die Schüssel befüllt und dort stehenbleibt. Man kackt also quasi in einen See. Dieses Wasser kommt vom Vorrat auf dem Dach. Geht man nun im Büro aufs Klo, nachdem der Kollege gerade dort war, was nach der Mittagspause recht sicher vorkommt, so ist der Topf mit warmem Wasser gefüllt. Eine etwas ausgedehntere Sitzung führt nun dazu, dass man sich wie bei einer Inhalation fühlt und sich die Poren im Bereich des Musculus gluteus maximus so richtig öffnen können, was zu pfirsischweicher Haut und einem rosigen Teint führt.

Dampfkartoffeln erleben wahrscheinlich dasselbe.

Sonntag, 31. Mai 2009

Entwarnung

Der letzte Eintrag wurde wegen Aktualitätsänderung offline gestellt.

Es fand KEINE Schweizer Invasion statt.

Dienstag, 12. Mai 2009

Rohrschach?

Mittagspause in der Praxis. Der Herr Medizinalrat begibt sich mit zwei Kollegen ins nahe gelegene Universitätsgelände, um dort Studien an nährstoffreichen Geweben durchzuführen. Nebst den anwesenden Studenten. (Enten, Herr Griechenmetzger!)

Auf dem Rückweg in die Praxis fällt sein Blick auf den im Eingangsbereich zusammengewehten wüsten Sand, der sich dort häuslich, wie auch der Medizinalrat, niedergelassen hat. Und nun die psychologisch angehauchte Frage:

Was erkennen Sie?

Sandbild

Sonntag, 10. Mai 2009

Neulich,

aufgrund einer Studienarbeit, im Sexshop für Frauen:

Photo-0083

Die Ausstellung libidosteigernder Mittel in geradezu obszöner Art dient einzig und allein dem Anlocken des Weibchens, welches sich mittels dieser kleinen Helferlein in eine Ekstase der Wertemittelvernichtung steigern kann, um dann, bepackt mit Beutestücken, ins heimische Reich zu flüchten. Dort angekommen entsteht dann der kalte Entzug, bei dem festgestellt wird, dass kein passendes Federkleid gefunden wurde. Oder auch, dass frau gar nicht alle Beutestücke gleichzeitig tragen kann.

Und schon beginnt das Dilemma von vorne.

Samstag, 9. Mai 2009

Medizinalratskongress

In geheimer Außenmission unterwegs begab sich der Medizinalrat in die östlichen Gefilde deutschsprachigen Auslands, um dort unter mehr oder minder bekannten Kollegen einem Kongress beizuwohnen und sich in Fachgesprächen zu ergötzen. Bereits während der Anfahrt wurde unschweinisch grippigen Viren die nackte Stirn im Fahrtwind geboten, jedoch verhinderte die gefahrene Geschwindigkeit ein allzu haftendes Miteinander. Ebenso ging es diversen Gerüchen, die zwar frei strömen konnten, jedoch ihr Ausbreitungsareal stark begrenzten.

Eisenbahn
In Gedenken an Stockerau wurde eine Gedenkminute eingelegt, der Schienenverkehr bemühte sich um eine schwach frequentierte Umfahrung des Fotografen.

Ente
Genau dort, auf dem Kongress, saß der Medizinalrat folgenlos einer Ente auf, die sich unmariniert, aber mandarinisiert im Grünen sonnte. Nebst Begleitung wartete sie allerdings vergebens auf gummibandbestrumpfte Flieger in nächster Nähe, die sich aufgrund wetterlicher Unpässlichkeiten dem Absprung entzogen. Nichtsdestotrotz wurde die Tagung in rechtsdrehende Etagen verlegt, um dort in kleiner, dafür allerdings fünffacher Gesprächsrunde Kreise zu ziehen und übersichtliche Entscheidungen zu treffen. Eine dieser Entscheidungen, die man traf, gehörte dabei locker verbunden zur besseren Hälfte des Anwesenden.

Lampe
Gemeinsam wurde Geschichtliches beleuchtet und in auch noch so dunkle Ecken ein Scheinen gebracht. Speziell in den Abendstunden, als diverse Schnitzel, Palatschinken und arme Ritter die Seiten wechselten, kam auch der Schein wieder zum Einsatz. Vereiste Abschlüsse ebenso inbegriffen wie sprachliche Verwirrungen und Erklärungsnöte. Speziell Altersangaben als Namensfrageantworten fallen hierzu ins Gewicht.

Untergebracht war der Medizinalrat ja schon fast auf einer Galeere, viel Künstliches umgab ihn dort. Der morgendliche Kleiderwechsel geriet zu einer Art Schaulaufen, eine Auslagenerstattung fand jedoch nicht statt. Die Verköstigung fand in höheren Gefilden statt, gar kaiserlich muteten die Wecken an, die gereicht wurden, die Auflagen, die dem Medizinalrat gemacht wurden, fanden stets unter Beobachtung statt.

Leider war die Zeitplanung für den Kongress sehr eng, so dass ein Anschlusskongress ins Auge gefasst werden muss, bei dem dann speziell auf elektrisch Verstorbene, Naschmärkte und Katakomben eingegangen werden muss. Auch das Studium von bekleidungsarmen, aber dafür paarungswilligen Aufrechtgängern auf Flussinseln sollte dabei ins Auge gefasst werden. Obgleich eine Terminplanung noch nicht machbar ist, wird an den Vorbereitungen bereits gearbeitet.

Mittwoch, 6. Mai 2009

Neulich am Hofe

Und es begab sich, dass der Pathologe nebst patientisch-komikatöser Begleitung höfisch empfangen wurde und sich gar galant bettete.

Lediglich ein kleines, feines Detail irritierte ihn. Denn genau dort, in höfischer Atmosphäre wurde antizyklisch Wasser gelassen. Es dauerte allerdings nur eine kurze Inkubationszeit, bis sich der Herr Medizinalrat akklimatisierte und sich rechtsdrehend äußerlich reinigte.

Dienstag, 28. April 2009

Verhaltenspsychologie

Am Anfang stand Doktor Pé unter Zugzwang. Und dies lediglich online.

Der Medizinalrat hatte seine erste wirtschaftliche Defloration mit einem Patienten, der bis dato lediglich der Ferndiagnose und Fernheilung unterstand. Aufgrund der Praxisferne und da ich einen Hausbesuch nicht abrechnen konnte, wurde die Wirtschaftskrise ausgenutzt, um genau diese zu unterstützen.

Nebst diagnostischen Unterhaltungen und vom Personal unverstandenen Pointen (Flammkuchen aus Frankreich. Ist der dann noch warm überhaupt?) wurde die Wirtschaft angekurbelt. Erstaunen weckte dabei ein Teller Pasta, der vom Kellner, quasi Modo per se, an einem leeren Platz abgestellt wurde. Der Verdacht auf geistige Nahrung zerschlug sich allerdings, da eine vorurteilsbehaftet haarfarbige Dame mit Dutt auftauchte, deren Dutt sich allerdings schon jeglicher Farbe entledigt hatte. Möglicherweise ist aber auch Zweifarblackierung jetzt Mode, ich war ja lange absent. Jedenfalls setzte sich das Blondchen hin und begann dann, in Harry-und-Sally-Manier, ihr Essen anzustöhnen.

Ich kann halbwegs nachvollziehen, wenn Frau eine einzige Nudel anstöhnt, sei es vor Entzücken, Erschrecken oder Spontanmigräne. Aber einen ganzen Teller davon? Zum Stöhnen gesellte sich noch eine Ansprache wie bei einem Baby im Kinderwagen. "Ei dutzidutzidu, was seht ihr aber lieb aus... Ich habe euch zum Fressen gern..."

Nicht nur des Medizinalrats Patienten und ihm selbst entglitten durch das Mithören die Konzentration, auch die Zierkirschtomate auf dem Nudelberg lief knallrot an.

Auf die Abholung der Patientin in schicker, weißer Langarmjacke warteten wir indes vergebens.
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Medizinalrat Prof. Dr. von Pé

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Praxisanschrift

Ist ja klar. Es gibt immer wieder Beschwerdefälle in der Praxis. Diejenigen, die überlebten. Die dürfen sich dann schriftlich auslassen, und zwar an pathologe Kringel-A gmail Fliegenschiss com. Wer mir Werbung schickt, bekommt allerdings eine kostenfreie Vasektomie ohne Betäubung mittels eines stumpfen Eierlöffels.
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