Sinnlose Stöckchen

Montag, 29. Dezember 2008

Buchstabenstock

Frau Dr. Buchstäblich warf doch tatsächlich einen kollegialen Stock in meine Praxis, um sich über fünf Ecken darüber zu informieren, welche fünf Highlights mein 2008 erleuchteten.

Keine.

Hah. Das wäre es jetzt. Diagnose gestellt, keine Medizin notwendig, einen weiteren Apotheker und die leidende Pharmabranche in den Hungertod getrieben. Nun, dann wollen wir mal nicht so sein und nachwühlen, ob es da nicht sonst noch was gab?

Da wäre erst mal die Geschichte von der Bankenrettung. Jungs wie der Mann vom Acker und seine Kumpane verleihen haufenweise Geld, das sie nicht haben, an Leute, die es nicht zurückzahlen können, für Häuser, die es nicht gibt. Oder die nicht so viel wert sind, wie sie kosten. Alles unter der Prämisse: Freie Marktwirtschaft, Staat, halte mal die Füße still. Nichts für Dich zu verdienen. Und dann, wenn auf einmal das Geld alle ist, aber die Jahre bis zur Rückzahlung noch so lang, dann stellen sie sich hin und halten die bedürftige, manikürte Hand auf. Dann muss auf einmal der Staat den Scheinwerfer spielen. Und blöde, wie er ist, tut er es. Weil ja sonst die Luftblasen der Finanzwirtschaft platzen könnten. Und Menschen arbeitslos werden. Also jetzt gut verdienende Menschen, nicht so Humankapital, das bei jeder normalen Umstrukturierung unter die Räder kommt und eh nicht bei Prada, Porsche oder Mercedes in bar kauft.

Dann hätten wir den Rambazamba im Gazastreifen. Pünktlich zu Weihnachten schießen die einen, wahrscheinlich im Hinblick auf Silvester und ihren Restbeständen, noch mal schnell ein paar hundert Raketen ab, um ihren zukünftigen Lebensraum umzupflügen und urbar zu machen. Dumm nur, dass da noch einige andere Gestalten wohnen, denen das gar nicht gefällt, wenn die Kartoffeln der neune Ernte aus dem eigenen Garten waagrecht durch das Loch in der Hauswand direkt in der Küche landen. Und so wird dann erst mal, zum Fest des Friedens, der Liebe und der Hoffnung, zurückgebombt, was das Zeug hält. Apropos hält: die Welt hält sich da sehr mit Kommentaren zurück. Aber ist ja eh egal, kommt ja noch mal als Wiederholung in den Spätnachrichten.

Dann diese unsägliche Politik in Deutschland. Ich bin da ja fast das ganze Jahr schon weit ab davon, aber dank Satellitenfernsehens kann ich mich der Chose doch nicht ganz entziehen. Was hatten wir nicht alles. Lebensmittelmarken Konsumgutscheine, Durchwinken der Online-Durchsuchungen, Wirtschaftsanaltunnelungen... Nee, ich glaube, ich höre vor Erreichen der fünf Punkte lieber jetzt auf, sonst beiß ich noch in die Auslegeware.

Sonntag, 28. September 2008

Siebenstein

iloveyourblog7

Da hauen mir Madame Larousse und Herr in-cognito doch beide fast zeitgleich eine Nominierung für ein Schwachsinnsstöckchen in den Rezeptkasten der Arztpraxis. Wo sie beide doch wissen, dass ich für Gaben derartiger Drogen nicht anfällig bin. Wie ich auch sonst selten Anfälle irgendwelcher Art bekomme. Weil ich sie alle schon habe. Die Anfälle. Oder auch die Einfälle.

In diesem Falle will mir allerdings nichts einfallen. Außer meiner Schlagsahne, die temperaturbedingt in sich zusammenfällt. Also, um dem Kreislauf der Blogstöckchen mal eine gewisse Eigenrotation zu versetzen, setze ich hier eigenrotatorisch einfach mal sieben Blogs ein, die bereits nominiert waren, wurden oder sind und sich entsprechend schon geäußert haben. Ergo schnitze ich aus dem Stück Holz einen netten, kleinen Bumerang. Weil man ein Schneeballsystem immer irgendwo unterbrechen kann. Ich weiß, die nächsten sieben Jahre muss ich jetzt zwanghaft unter Unglück und seniler Altersimpotenz leiden, mein Haar rechtsdrehend scheiteln und mit eitrigem Aussatz auf meinen Fußsohlen rechnen. Nichtsdestotrotz wage ich es dennoch, die Schnitzreste dieses Stöckchens einfach im heimischen Lagerfeuer zu verbrennen, auf dass die Ökobilanz einen weiteren Einbruch erhält.

So, nun soll man also
1. das Blog verlinken, von dem der Prügel angesegelt kommt. Habsch zur Genüge ja oben getan.
2. Die nominierten Gesiebten ebenfalls verlinken. Eine Heidenarbeit ist das, händisch den Hah-Teh-Emm-Elle-Kot einzugeben. Mach ich aber, da ich ja selbstlos bin. Oder selbst los?
3. Hinterlasse etwas auf den nominierten Blogs. Aha. Also ein Häufchen. Oder einen Kommentar. Oder so. Mach ich aber nicht, da ich sowieso dort kommentiere und das nur der Kommentarhysterie diente.
4. Logo reinbasteln. Das ist vielleicht ein Akt, sage ich Euch. Eine halbe Stunde habe ich gebraucht, bis ich das Logo fehlerfrei auf den Monitor gezeichnet habe. Und jetzt ist es auf einmal mittig in allen besuchten Blogs zu sehen. Und sogar in meinem Mailprogramm. Seltsam, das.

Hiermit nominiere ich ergo:
1) Herrn Murmeltier, weil ich einfach neidisch auf dessen Geprotze mit abgeschleppten und angestochenen Weibern Kommentarzahl bin.
2) Natürlich Frau Larousse, die momentan zwischen Übergewicht, Amerikawäsche und ihrem Job in einer Oben-Ohne-Bar herumschwirrt. Man sagte ihr wohl, dass Sie ein Firmen-T-Shirt bekommt, dies war aber eine Lüge.
3) Mrs. Jay, deren Leben inzwischen sich vom Reiten weg mehr zum Vögeln entwickelt. Ob es nun der Spatz in der Hand im Stroh des Reitstalles ist, oder das berufliche Gevögel im gelben Kreis, immer hat sie was zu erzählen.
4) Herrn in-cognito, der mich wüsterweise aus seiner Probezeit heraus bewarf.
5) Herrn Gorillaschnitzel, weil der sich nicht wehren kann. Ich hätte ihm ja neulich fast was gekocht, saures Lüngerl. Die Zutaten hätte er selbst geliefert.
6) Herrn r|ob, weil er mir immer noch nicht die Bilder von den Putzmädels auf dem Schiffchen gezeigt hat. Die sollen ja so Firmen-T-Shirts tragen, habe ich gehört.
7) Den Herrn Gehpunkt. Der hat nämlich das Bloggen aufgegeben. Typisch, wahrscheinlich will Frau Rosenstolz das so.

So, und nun ist aber mal Schluss, schließlich muss ich ja wieder ordentlich ordinieren hier.
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Ist ja klar. Es gibt immer wieder Beschwerdefälle in der Praxis. Diejenigen, die überlebten. Die dürfen sich dann schriftlich auslassen, und zwar an pathologe Kringel-A gmail Fliegenschiss com. Wer mir Werbung schickt, bekommt allerdings eine kostenfreie Vasektomie ohne Betäubung mittels eines stumpfen Eierlöffels.
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