Mittwoch, 11. Juli 2012

Auswanderung

So, ich bin wieder hier, in meinem Revier...

Marius Müller-Westernhagen sang einst diese Zeilen. Und nun singe ich sie. Einsam und alleine. Die pathologische Familie ist wieder nach Deutschland zurückgekehrt, die Praxis daher so gut wie verwaist. Geschuldet ist dies einer unsicheren Zukunft hier im Lande. Nicht nur, dass das aktuelle Projekt wackelt, auch hat sich die Sicherheitslage doch schon wieder verschärft.

Die ewigen Streitsucher unter der Bevölkerung sind mutiger geworden, trauen sich nun schon, trotz massiver Kontrollen, in die Hauptstadt. Bereits zwei Bomben detonierten innerhalb der letzten beiden Wochen in einer der Haupteinkaufsstraßen, glücklicherweise ohne Verletzte oder Tote. Aber die deutsche Botschaft hat eine Warnung herausgegeben, jenen Stadtteil, Wuse II, zu meiden.

Und daher, aber auch aus anderen Gründen, hat sich der Medizinalrat entschlossen, dass die Familie in Deutschland sicherer untergebracht ist.

Letzte Woche fand nun die Auswanderung statt, der Praxisinhaber begleitete für einen Ultrakurzbesuch der Heimat die Familie und half, einige Behördengänge einzuleiten.

Allerdings war auch eine Wanderung angesagt. Geführt von einer Bloggerin und einer Twittererin ging es in die südhessischen landwirtschaftlichen Nutzflächen. Wobei der Praxisnachfolger eher fuhr denn lief. Rast wurde auch eingelegt, wie auch der Handkäs, der es diesmal aber überlebte. Nicht jedoch sein Kumpel, der Spuntekäs. Der musste, nebst diversen Laugenbrezeln, daran glauben. Und durfte sich dann den Magen mit einem Kirschschmandkuchen teilen. Währenddessen der Praxisnachfolger den kurzen Unbillen des Wetters trotzte und sich der Erforschung geräderter Utensilien widmete.

Ach ja, Bild gibt es auch noch:

IMG_0210.JPG

Freitag, 8. Juni 2012

Sinnloses (5)

So. Fast ein Monat nichts Neues. Wenn man mal vom täglichen Geschäft absieht, das genug Probleme mit sich bringt. Aber das ist "real life", das hat hier nichts zu suchen.

Daher mal wieder ein wenig Twitter. Wie immer mit einem weinenden Auge, denn die richtig guten Tweets vertrocknen meist ungelesen und unbesternt im großen Datennirvana. Daher hier nochmal die letzten Wochen:
An dem Tag, als die Bildzeitung zum Weltkulturerbe erklärt wurde, ließ die Explosion Goethes in seinem Grab das Taj Mahal einstürzen.
Habe diese dünne Deobinde ausprobiert. Trägt wirklich nicht auf. Fällt aber dauernd runter, wenn ich den Arm hebe.
Ich trage meine Diamantringe mit Fassung.
25,80697580112788. Die Wurzel allen Übels.
Darmbakterien. Oder abgekürzt auch: FDP.
Vor zwei Tagen Venustransit. Alle so: oooh! Vor vielen Jahren Ford Transit. Alle so:
Bei Sex mit einer völlig Durchgeknallten ist man ja auch so eher letzter Benutzer.
Exhibitionisten wollen dir ihre Stadt zeigen. Oder so.
"Ich habe mir aus Versehen auf die untere Lippe gebissen." - Weshalb ich mich vor der Flexibilität mancher Frauen fürchte.
Geschlechtsverkehr. Ineinanderstecken verschiedener Teile mit manchmal seltsamen Ergebnissen. Wie Windows Plug-and-Play.
Einfachster Beweis der Schwarmintelligenz: Frauen, die in Gruppen aufs Klo gehen.

Donnerstag, 10. Mai 2012

Sinnloses (4)

So. Wie man hier leicht nachlesen kann, herrscht momentan geistige Ebbe beim Praxisinhaber. Geschuldet ist dies der aktuellen Situation, die auf einen möglichen Umbruch hinarbeitet. Mal schauen, was sich so ergibt.

Nichtsdestotrotz blitzt hin und wieder mal eine gute Idee auf, wird aber sofort im Laufe des allgemeinen Geschäftsgebarens untergebuttert und verlischt zischend. Manchmal kommt es jedoch vor, dass so eine Idee überlebt, aber trotzdem zu klein ist, um im Blog veröffentlicht zu werden.

Dafür gibt es ja dann glücklicherweise Twitter, eine Plattform, auf der man seine Gedanken beschränkt publizieren kann. Beschränkt auf 140 Zeichen, ergo für Frauen im Allgemeinen kaum nutzbar.

Hier also die vergessenen Highlights der letzten Wochen:

Berlin. Transporttechnische Sahelzone was S-Bahn und Fliegen betrifft.

22 Uhr, Afrika. Die Frisur sitzt. Der Rest ist noch nicht im Gefängnis.

Spielberg wurde beim zentralen Satz seiner Weltraumsaga von Angela Merkel inspiriert: „Luke, ich bin deine Mudda!“

Organversagen muss nicht zwangsläufig zum Tod führen. Millionen impotenter Männer können das bezeugen.

Trennkost: andere Bezeichnung fuer die Abfindung nach der Scheidung.

Sah meine Ex auf dem Brückengeländer balancieren. Wünschte ihr ein fröhliches „ex und hopp!“

Kriegt man durch Sodomie eigentlich Gomorrhoe?

Donnerstag, 26. April 2012

Frankie

Wir kannten uns kaum. Oder nur kurz, je nach dem. Frankie. Kennengelernt hatten wir uns wohl bei Frau Buchstäblich, einer Bloggerin, die schon vor einiger Zeit aufhörte zu bloggen. Kennengelernt aufgrund ähnlicher Ansichten, ähnlicher, sarkastischer Einstellungen und teilweise zynischer Kommentare. Es ist schwer, jemanden zu finden, der die Untertöne aus Kommentaren herausliest, der den Humor versteht und auch noch dann lachen kann, wenn einem selbiges bereits im Halse steckenzubleiben droht.

Ein anderer Berührungspunkt war die Verbundenheit zu Afrika. Bei mir begründet durch die Projektarbeit, aber auch persönlich durch meine Frau, in Westafrika, bei ihm durch jahrelange Urlaubsaufenthalte im Osten des Landes. Seit seiner Erkrankung, die ihn zum Invaliden stempelte, gönnte er sich einmal im Jahr diesen Ausflug in Klimagebiete, in denen er besser zurecht kam, besser atmen konnte. Immer allerdings mit einem Anliegen im Gepäck den dortigen Menschen helfen zu wollen. Arzt eben, richtiger Arzt, während mein Pseudonym darauf aufgebaut ist, Ursachen zu erforschen, psychische Schwachstellen aufzudecken, Leute vorzuführen. Virtuelle Verbindung auf medizinischer Ebene, wenn man es so nennen kann.

Ich traf ihn leider nur einmal im Leben, letztes Jahr, im September. Ich hatte ein Wochenende Zeit, besuchte ihn dort „anner Küste, hinnern Deich“, fast schon in Polen. Beeindruckt war er, dass ich mit dem Motorrad kam, mehr als 7 Stunden Anfahrt. Wir verstanden uns prima von Anfang an, hatten Spaß an den wenigen Tagen. Zu kurz war der Besuch, am Ende stand das Versprechen, wiederzukommen. Er hatte nach Kurzdiagnose noch ein kollegiales Angebot erstellt, plastische Chirurgie. Pläne gemacht für dieses Jahr, endlich mal den Urlaubsort zu wechseln. Dann kam unerwartet ein medizinischer Notfall dazwischen, Urlaub abgeblasen, B. war erkrankt. Später dann eine Mail über seine eigene Operation, eine Kleinigkeit am Fuß, aber schlecht verheilend und sich entzündend. Dann die Folgemails, Fieber, Rückkehr ins Krankenhaus, Schweigen. Auf dem Blog, in den Mails und auch kein Telefon mehr. Ich machte mir Sorgen. Berechtigt.

Gestern dann der letzte Blogeintrag, verfasst von seinem Sohn.

Mach’s gut, Frankie. Und danke für den Fisch.

Donnerstag, 5. April 2012

Praxisjubiläum

Da hat der Herr Shhhhh doch tatsächlich neulich die richtige Lösung meines Bilderrätsels gehabt. Und gewonnen. Demnächst dann also Unterwasserblogbeiträge von Herrn Shhhhblubblubblub.

Frau Dinktoc hingegegn gibt sich ganz bescheiden mit dem zweiten Preis zufrieden. Einer Kurzgeschichte über das Zweitjubiläum des Praxisnachfolgers, das neulich zelebriert wurde.
Hierfür musste natürlich eine Torte her. Eine, die aussagt, aus welchem Land der Praxisnachfolger kommt. Wurde erfolgreich hergestellt und dem Nachfolger vorgesetzt. Nachfolgend können Sie den Gebäcksvorsitzenden bewundern:

Bilder Upload

Neben einer kleineren Feierlichkeit in den Lehrräumen des Lebens, aka Kindergarten, erfolgte eine etwas größere Feierlichkeit in den Gestaden des Wohnsitzes im Ausland. Da jene zweite Feierlichkeit jedoch im Freien stattfand, waren gewisse Vorkehrungen bezüglich persönlicher Sicherheit unumgänglich.

Geburtstag03.jpg

Speziell der Helmpflicht wurde nachgegangen, so dass auch keinerlei herabfallenden Gegenstände irgendwelchen Schaden hätten anrichten können.

Im Verlaufe des weiteren Nachmittages konnte dann noch erfolgreich ein Anbahnungsgespräch in Sachen Zukunftsplanung geführt werden.

Geburtstag01.jpg

Die Mitgiftsammlung kann somit in die Wege geleitet werden.

Dienstag, 3. April 2012

Rätselpraxis (3)

So, um nach langer Abwesenheit mal wieder etwas Leben in dieses Blog zu bekommen, jetzt ein kleines Bilderrätsel. Soll ja Leute geben, die hier mitlesen, obgleich sie des Lesens nicht mächtig sind.

Bilder Upload

Daher jetzt die Frage: Was ist das da oben abgebildete für eine Frucht? Kann man echt essen, Frau Pé hat bereits derer viele verspeist und lebt immer noch.

Gibt natürlich auch einen Preis für die richtige Lösung. Ich weiß nur noch nicht, welchen. Ich schwanke noch zwischen einem zweiwöchigen Badeurlaub mit Betonschuhen drei Kilometer vor der Küste Siziliens oder einer Geschichte &uumlber die neuliche Geburtstagsfeier des Praxisnachfolgers. Was meinen Sie?

Mittwoch, 7. März 2012

Stockschwerenot

Aus heiterem Himmel traf hier in der afrikanischen Steppe neulich ein Stöckchen ein, geworfen von Frau Vanilla und recht gut gezielt. Lediglich eine halbe Elefantenherde musste beim Einschlag dran glauben.

Nichtsdestotrotz habe ich mich der Sendung angenommen und versucht, befriedigende Aussagen zu den einzelnen Fragen zu finden.

1. Glaubst du, die beste Zeit deines Lebens kommt noch?
Sicher kommt die noch. Es kann nur noch besser werden. Dieses Mantra bete ich mir nun seit mehreren Jahrzehnten vor. Und seltsamerweise trifft es auch von Zeit zu Zeit zu.

2. Wenn jemand deinen meist geliebten Menschen töten würde, hättest du das Potential diese Tat zu vergelten?
Sagt Ihnen Hiroshima, Nagasaki oder 9. September etwas? Alles Kindergeburtstag, wenn ich loslege.

3. Was ist für dich - ausser Liebe - der Grundpfeiler einer Beziehung?
Humor. Man muss auch über sich selbst lachen können, sonst geht nichts weiter.

4. Glaubst du, dass Menschen sich wirklich ändern können?
Sicher. Aber nicht alle. Ich habe beide Fälle selbst schon erlebt.

5. Welchen Menschen würdest du vergessen wollen wenn das ginge?
Keinen. Ist immer gut, wenn man neben den besten Erinnerungen auch welche zur eigenen Abschreckung hat. Sonst tappt man unweigerlich wieder in dieselben Fettnäpfe.

So, nun soll ich mir 5 Fragen für 5 weitere Blogger aus den Gliedmaßen saugen und jene Blogger damit beglücken, die dann bei Beantwortung auf dieses Blog verlinken. Da ich aber vielbeschäftigter Doktor bin, lasse ich einfach mein Blankorezeptheft hier liegen. Wer also will, kann sich selbst 5 Fragen ausdenken und beantworten.

Kostet diesmal noch nicht einmal Beratungshonorar.

Donnerstag, 1. März 2012

Außer Haus

Und es war wieder einmal soweit. Montag Abend erhielt der Medizinalrat die Nachricht, doch bitte bei einem Ärztekongress am Mittwoch im Süden des Landes teilzunehmen. Eine Stunde Flug weg, dafür aber zeitlich so gelegt, dass man am Abend vorher anreisen musste.

Ergo wurde Dienstag die Ersatzsekretärin bemüht, Flugtickets zu besorgen. Dienstag nachmittag um 5 ab in den Süden, Mittwoch Abend um halb sieben wieder zurück. Theoretisch. Dazu einen dicken Packen Geldscheine, um das obligatorische Hotel zahlen zu können.

Der Hinflug hatte ja lediglich 30 Minuten Verspätung, Bahnkunden in Deutschland kennen das als Standard, also weshalb aufregen? Abgeholt wurde der Praxisinhaber aber am Flughafen, also kein Problem. Im Hotel dann gemütliches Durstlöschen an der Bar. Wie üblich waren da dann auch Gewerbetreibende der liegenden Art unterwegs. Diese Nutten umschwirrten mich wie Motten das Licht. Aber ich blieb hart. Fast überall, nur nicht dort, wo es darauf ankommt. In der Hose. Daher Ersatzbefriedigung im hoteleigenen Restaurant gesucht. Eigentlich sollte das Bet Schwestern alles haben, was auf der Karte angeboten wird, aber man ist ja in Afrika. Daher immer merken: egal, was auf der Karte angeboten wird, das hat lediglich optischen Unterhaltungswert. Man endet bei Hamburger mit Pommes der alternativ nigerianischem Essen mit Darmfeuergarantie.

Dann das Zimmer selbst. Die besten Zeiten hatte es in seinen Kindertagen, inzwischen wacht es wohl über Urenkel. Darüber konnte selbst der Flachbildfernseher nicht hinwegtäuschen. Wahrscheinlich gehörte auch der Riss in der Bettwäsche zum individuellen Erscheinungsbild. An der Wand eine Kontrolleinheit für die zentrale Klimaanlage. Einzige Funktion: eine LED, die ausging, wenn man das Gerät auf "off" stellte. Auf die kalte Luft, die ins Zimmer geblasen wurde, hatte das keinerlei Einfluss.
DSC00007.JPG
Im Bad dann direkt über der Toilette eine Notausstiegsöffnung, möglicherweise aber auch die Vorbereitung zum Einbau einer Dunstabzugshaube. Man weiß es nicht so genau. Das Toilettenpapier nebst Halter war auf der kleinen Konsole hinter der Toilette abgelegt, da die Wandbefestigung ein wenig absent war. Möglicherweise hatte sie das Bad bereits durch den Notausstieg verlassen.

Sie kennen doch diese kleinen Schampooprobefläschchen, die es in Hotels immer gibt? Und die Duschhauben, Zahnpastas oder auch Schuhputzsets? Im Bet Schwestern kennt man sowas nicht. Zumindest nicht in diesem.

Die Nacht verbrachte ich tiefgekühlt, um dann des Morgens recht frisch das Frühstücksbuffet einzunehmen. Danach ein kurzer, aber ziemlich erfolgreicher Ärztekongress nebst Verköstigung.

Auf dem Weg zum Flughafen dann die Ernüchterung für alle Religiösen unter uns: der Messias hat es nicht geschafft.
Auf einem Tuc-Tuc (Anm. d. Verf.: ein dreirädriges Personenbeförderungsgefährt aus Indien) hinten die große Aufschrift:

I and my passengers are coverd with the blood of Jesus! Leider kein Bild vorhanden, Rechtschreibfehler genau so übernommen.

Da hat er sich zweitausend Jahre mit der Auferstehung Zeit gelassen, und dann wird er in Nigeria von einem Tuc-Tuc-Taxi einfach überfahren. Kein schönes Ende.

Flughafen. Kein Problem beim Einchecken, wenn man mal davon absieht, dass man auf einer Baustelle eincheckt und dann sich seinen Weg zur Wartehalle unbeschildert suchen muss. In der Wartehalle: Menschenmassen. Mein Flug war für 18:30h angesetzt, aber die anderen Passagiere hatten bereits mit Verspätungen zu kämpfen. Schließlich ging mein Flug dann um 21:15h ab, aber so etwas ist normal.

Jetzt erst einmal ausspannen.
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