Freitag, 29. August 2014

Wirres (19)

Neulich haben wir unsere Treppe granitieren lassen. Ist gar nicht so käseleicht, wie es aussieht.

"Man muss immer auf das Naheliegendste kommen" ist ein alter Wahlspruch selbstbefriedigender Männer mit Potenzproblemen.

Hier in der Wüste gibt es in jedem Haus zwei Stromsysteme (dabei ist das Zweistromland doch so weit weg): 230 Volt mit englischen Steckern und 115 Volt mit amerikanischen Steckern. Murphy tobt sich hier gnadenlos aus: in den mit 115 Volt befeuerten Nachttischlampen sind garantiert immer 230 Volt Birnen verbaut. Ein Leben im Dämmerungszustand.

Wir wundern uns über die Bestechlichkeit unserer Politiker. Dabei haben die höchsten es uns doch schon bei Amtsantritt laut und deutlich erklärt: "Ich nehme die Wahl an!" Später dann regieren sie nur noch ihren Annahmen folgend. So oder so.

"He is a pain in the arse" kann auch ein französisches Wort beinhalten.

Wenn man einer Frau hilft, einen Schuh anzuziehen, muss man beinhalten.

Wenn man nicht in einer Beziehung ist, ist man dann bedrückt?

Mittwoch, 27. August 2014

Bewegung

Die Praxis hier im Sandkasten verlangt gelegentlich Hausbesuche beim Patienten, die sich, aufgrund der Absenz von Taxen, nur mit Hilfe eines eigenen Fahrzeuges bewerkstelligen lassen. Keine Taxen? Nein, denn der Praxisstandort ist eher eine Arbeits- denn Wohnstadt. Jeder, der hier her muss, hat ein eigenes Auto.

Nun wurde mir also von der obersten Heeresleitung ein fahrbarer Untersatz zugestanden. Auf Mietbasis. Aber, und das rührt daher, dass die oberste Heeresleitung tonan- und geldgebend ist, aus der Kategorie "Transport von A nach B auf Basis des geringstmöglichen Komforts".
Wenn man die oberste Heeresleitung kennt, denkt man dabei zuerst einmal an eine Fahrradrikscha. Zum Selbertreten. Aber nein, es gab ein Auto aus dem Hause eines japanischen Herstellers. Man kann nicht klagen. Obwohl man möchte. Aber das Fahrzeug wurde mit einem Tachostand von 25 Kilometern übergeben. Jeder einzelne wahrscheinlich abgezählt. Daneben waren, aber das ist in Sandkastenland üblich, noch sämtliche Fabrikaufkleber und Lieferscheine an der Frontscheibe aufgebappt. Von innen und von außen. Diese lassen sich übrigens nur teilweise entfernen, es bleiben immer Papierfetzen auf der Scheibe übrig.

Nun denn. Aber da wir gerade beim Kapitel "komfortbefreit" sind, trotz Klimaanlage mit zwei Stufen (kalt oder nicht kalt), kommen wir zum Thema "Unterhaltung während der Fahrt".
Hierbei handelt es sich allerdings nicht um mögliche Gespräche mit Mitfahrern, sondern um die Möglichkeit, sich auf längeren Fahrten zu Hausbesuchen ein wenig durch gute Musik ablenken zu lassen. Und da war folgendes im Auto verbaut:

Al-Khobar-20140826-00419

Ich kann mich noch dunkel an meine Anfangszeit im Automobilistenleben erinnern, damals, vor über dreißig Jahren (viele meiner Leser waren da noch gar nicht geboren), hatte ich einen VW Käfer. Und der hatte ein Radio. Ein ganz einfaches, primitives Radio ohne Kassettenbetrieb. Und bereits jenes Radio hatte mehr Knöpfe aufzuweisen als dieses seltsame Ding, das man beim japanischen Autohersteller mangels passender Plastikabdeckung in das Loch am Armaturenbrett gestopft hatte.

Macht aber nichts, hier im Land gibt es sowieso nur Jammersender zu empfangen. Entweder Muezzingejammer oder Bollywoodgejammer.

Edit: Auch hier müssen arme Lastwagenfahrer auf jeden Riyal schauen. An der Tankstelle sah ich einen, der konnte nur für umgerechnet 10 Euro Diesel in seinen Sattelschlepper füllen.

Für 185 Liter.

Montag, 25. August 2014

Wirres (18)

Wie unschwer bekannt sein dürfte, befinde ich mich in einem Land, dessen Bewohner, nun, sagen wir mal überdurchschnittlich religiös eingestellt sind. Und zwar in einer Art, die mich ob der Konsequenz, einem Glauben (und nicht Wissen) nachzueifern, doch sehr befremdet. So werden täglich 4 der 5 Gebetszeiten genutzt, alle Geschäfte und Restaurants für mindestens eine halbe Stunde zu schließen. Die Wirtschaft des Landes wird so vier mal am Tag brachial angehalten. Man stelle sich vor, wir hätten in Deutschland 5 Gebetszeiten täglich und jedesmal würden alle Auto- und Busfahrer gnadenlos ihr Auto gerade dort anhalten, wo sie gerade sind, um zu beten. Gut, auf der A3, A5 und A44 hat man manchmal den Eindruck, dass genau das passiert ist am Beginn des Staus, aber sei's drum.

Nun aber zum eigentlichen Inhalt:
Ich hatte in englisch eine Erklärung gelesen, die bezüglich der Verschleierung der Frauen (Motto: ab in den schwarzen Sack) abgegeben wurde.

So schrieb ein Geistlicher auf die Frage, weshalb man Frauen in Saudi-Arabien nicht anspreche, dass man die Frauen wie Königinnen behandle. Und Königinnen einfach so ansprechen täte man in Europa ja wohl auch nicht?
Desweiteren schrieb er auf die Frage, weshalb die Frauen verschleiert seien, die Antwort: wenn dir einer ein Bonbon gibt, dann nimmst du doch auch das, welches eingepackt ist, weil du es immer noch genießen kannst, auch wenn es im Dreck gelegen war? Das ausgepackte Bonbon würde man ja wohl nicht wollen.

Ich stelle mir nun die Frage, weshalb man Königinnen nicht ansprechen, aber in den Dreck werfen darf?

Samstag, 23. August 2014

Kleines Sprachrätsel (3)*

Neulich wollte mein Chef von mir ehemalige Orchestermitglieder haben. Was genau wollte er?

Edit: Es waren ehemalige Mitglieder eines STREICHorchesters! Das als kleine Hilfe. (Ich warte ja nur auf Frau La Mamma, die das Rätsel innerhalb weniger Sekunden löst)

Edit2: Frau Iggy war dann doch schneller mit der Lösung.

Donnerstag, 14. August 2014

ZACK!

Ist es wieder mal soweit. Zwei weitere Monate im Sandkasten spielen. Nach einem turbulenten Aufenthalt in Deutschland hat mich der Brutofen wieder. Inzwischen wurde allerdings die Stufe "Dampfgaren" hinzugefügt. Bereits beim Verlassen des Flughafens des Inselstaates schlug dem Medizinalrat die feuchtwarme Luft entgegen und beschlug desdewesche des Medizinalrates Brille, so dass er die nächsten Minuten im Blindflug über die vielbefahrene Autobahn über den Flughafenparkplatz stolperte, immer darauf bedacht, den ihn abholenden Fahrer nicht aus den halbblinden Augen zu verlieren.

Am Zielort angekommen dann das übliche Spiel des Hotelzimmeraufrüstens. Die Vermutung liegt dabei sehr nahe, dass der Hotelbesitzer die Aufmerksamkeit seiner Gäste testen will. Diesmal waren es lediglich Klopapier, Papiertücher und ein Wasserkessel, die beigestellt werden mussten, wobei ersteres der Dringlichkeit einer Verrichtung verzögernd im Wege stand. Aber es ging noch einmal unfallfrei einer ab.

Nun also wieder zwei Monate karges Emiratenleben Eremitenleben, ganz ohne Wein, Weib und Gesang.

Montag, 4. August 2014

Wirres (17)

"Was sind Ihre besonderen Fähigkeiten, um bei uns Baumarktberater zu werden?"
"Ich bin paraktizierender Ninja!"
"Sie haben den Job!"

"Wer unten liegt, kriegt die Kinder."
"Gilt das auch für den Fall der Scheidung?"

Wenn man bei Inkontinenz Papiertaschentücher benutzt, nennt man diese dann Schritttempo?

Dienstag, 29. Juli 2014

Wirres (16)

Wenn sich in Lappland auf einer Straße eine Reihe von Autos befinden, die sich nicht mehr bewegen, nennt man dies dann Samenstau?

Neulich am Frankfurter Flughafen. Dort gibt es in der Tiefgarage extra Reihen mit Frauenparkplätzen. Aus Gründen (und nein, es lag nicht an niedrigen Temperaturen) das erste Mal dort geparkt (die Parkbuchten sind breiter als bei den "normalen" Männerparkplätzen). Und sofort ein Vorurteil bestätigt bekommen. Denn es parkte eine Frau einen 5er Kombi aus, rangierte 5 mal herum ("Wenden in 5 Zügen"), um dann gegen die Ausfahrtrichtung (und den auf den Boden gemalten Richtungspfeil) zur Einfahrtschranke zu fahren und sich dort zu wundern, dass sie das Parkticket nicht einschieben konnte.

Deutschland hat es wieder mal geschafft und ist Weltmeister. Im Fußall. Nun ja, wenn man schon nicht mit seinen Politikern auftrupfen kann, wie beispielsweise Russland, dann muss man eben für Ersatzbefriedigung sorgen. Inzwischen ist allerdings schon wieder Fußballherbst, was man an den abgefallenen und im Straßengraben liegenden Deutschlandfähnchen erkennen kann.

Samstag, 12. Juli 2014

Entdrüste Schilderungen

Und es begab sich aber, dass auch des Pathologen apollonischer Körper heimgesucht wurde von den Plagen des Alters: Fältchen, immerwährende Potenz und Blaseschwäche. Nebst eines Gnubbels, der einer Magersüchtigen gut zu Bruste gestanden hätte.

Und diesen galt es nun zu entfernen. Zu diesem Behufe begab sich der Pathologe in die heiligen Hallen der Kollegen, die sich schon diebisch auf die Revanche freuten, hatten sie doch bereits einige ihrer Patienten im Spiel des Lebens an den Pathologen verloren.

Schnittig begaben sie sich Dienstags noch vor dem Frühstück ans Werk und entfernten, was da meinte, wild wuchern zu müssen. Der Bart war ab, ab bis fast zum Bauchnabel. Jahrzehnte kärglichen Hegens und Pflegens dahingesenst von einem Brriederrchen Gasmann, der zwar Urlaubstrips anbot, deren Umsetzung allerdings schuldig blieb. Danach kam der Schnitter, der den Pathologen aufs Tiefste entdrüstete, um des Pathologen Kollegen Wurst für ihre Schilderungen zu verschaffen. Zwei Stunden später wurde das Licht wieder eingeschaltet, der Verband konnte bewundert werden.

Da fällt mir ein, vielleicht bin ich dem Schnitter doch ein wenig zu nahe getreten und muss mich bei ihm entschuldigen. Bei der zweiten Nachkontrolle am zweiten Tag konnte ich mir es nicht verkneifen, ihm zu sagen:

"Eine gute OP ist wie guter Sex: danach schwillt alles recht schnell ab." Er unterdrückte sichtlich jegliche Regung.

---------

Und gestern dann Dorfkerwe. Links am Biertisch, an den ich mich zur Nahrungseingewöhnung setzte, das Gesichts- und Sprachfehlerdouble Merkels aus dem Prekariat, rechts ein mittelaltes, türkisches Pärchen, das sich auf türkisch unterhielt. Als ich mich setzte, kam von rechts: "en Guude!", dann wand er sich wieder seiner Frau und seinem Weizen zu. So kann Integration auch gehen. Fastenbrechen mit Weizenbier.
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Ist ja klar. Es gibt immer wieder Beschwerdefälle in der Praxis. Diejenigen, die überlebten. Die dürfen sich dann schriftlich auslassen, und zwar an pathologe Kringel-A gmail Fliegenschiss com. Wer mir Werbung schickt, bekommt allerdings eine kostenfreie Vasektomie ohne Betäubung mittels eines stumpfen Eierlöffels.

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